Und immer noch keine Therapiemöglichkeit

 

25.03.

Die.Flüge sind alle planmäßig verlaufen.

Keinerlei Kontrolle in Windhoek. Dort Treffen mit Dr. Miller und seinen „Mädels“.Eigentlich nichts Neues. Er erzählte mir, dass sehr wenig zu tun gewesen wäre, wenn er denn hätte arbeiten dürfen.Ich war etwas skeptisch, wie es in Aminuis und Epukiro aussehen würde, da dort ja schon seit 2 Jahren keine Behandlung stattgefunden hat. Gegen 17:00 Uhr trafen wir in Dornfeld ein. Vitali hatte uns abgeholt.

Wir wurden wieder sehr nett von Schwester Angela empfangen und schon bald war Abendessen angesagt.

26.03.

Nach dem Frühstück erklärten wir Sr. Angela unsere Pläne und sprachen auch darüber, dass nur noch zwei Möglichkeiten offen ständen, um eine weitere Arbeit im gemeinsamen Sinne fort zu führen. Sr. Angela Bock war nicht zu erreichen und so konnte auch keine Verabredung mit Herrn Amoomo von der Registrierungsstelle getroffen werden. Ich bat Sr. Angela in Dornfeld, das für die nächste Woche einzustielen. Nach einem Telefonat mit Sr. Ansgardis in Aminuis wurden wir gegen 15:00 Uhr von Simon abgeholt. Auch in Aminuis ein überaus herzlicher Empfang. Dort gibt es seit einer Woche einen neuen Father.

27.03.

Am nächsten Morgen erst mal nach dem Frühstück Besuch bei der Prinzipalin der Schule. Zuerst übergab ich ihr Bilder vom Vorjahr, die ich von ihr und dem Kollegium gemacht hatte beim Besuch in den Klassen. Sie freute sich wirklich und zeigte sich sehr entrüstet über die Halsstarrigkeit der Registrierungsstelle. Ich erklärte auch ihr die noch offenen Möglichkeiten und die evtl. Konsequenz, falls es zu keiner positiven Lösung kommen sollte. Sie versicherte mir , wie voriges Jahr, dass unser Kommen jederzeit erwünscht sei, auch wenn Examen vor der Tür ständen.

Dann ging es ans Einräumen des neuen Zimmers.

Nachdem alles eingerichtet war, stelle ich fest, dass die Op-Lampe immer noch nicht funktionierte und auch der Steri seine Arbeit nicht in befriedigendem Maße ausüben konnte. Da wir aber nur Untersuchungen vornehmen, sollte Desinfektion und halbe Sterilisation ausreichen. P1000726

Wir hatten dann am Nachmittag Besuch von den Kindern der Klassen 1 – 3, insgesamt 117. Und nun konnte ich auch feststellen, was Dr. Miller schon erkannt hatte. Auch in Aminuis hatte sich die Zahngesundheit signifikant verbessert. Mal schauen, wie es bei den anderen Klassen aussieht.

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Es macht wirklich Freude zu sehen, dass sich der Einsatz der letzten Jahre anscheinend gelohnt hat.

 

Und wenn man sieht , wie stolz die Kinder sind über das Lob, das man erteilt, wenn die Zähne gut geputzt sind und natürlich auch über das damit verbundene Extrapräsent, wäre es wirklich schade, wenn es keine Fortsetzung mehr gäbe.

 

 

28.03.

 

Heute ging es schon um 8:00 Uhr los. Wir schafften heute die Klassen 4 bis 8, insgesamt ca. 270 Kinder. Vor den Inspektionen jeweils Prophylaxeunterrricht auf dem Hof und dann auch noch Einzelaufklärung. P1000731

Leider haben wir die Sache etwas falsch eingeschätzt. Wir hatten ja schon voriges Jahr für exzellent gepflegte Gebisse einen Extrabonus ausgelobt. Nun gehen uns aber langsam die Extras aus, weil die Zahl der sehr gut gepflegten Gebisse doch außerordentlich hoch ist. Der Eindruck von vor 3 Jahren scheint völlig auf den Kopf gestellt zu sein. Die Zahl derer, die mehrere Füllungen benötigen, kann ich fast an zwei Händen abzählen. Auch der Zahnstein ist wesentlich seltener zu finden. Nur die Zahl der notwendigen Extraktionen zum Zwecke der Regulierung des Durchbruchs scheint unverändert. Insgesamt ist der Allgemeinstatus wirklich sehr zufriedenstellend. Wir haben vor, am Montag nach Epukiro zu fahren. Mal schauen, ob es klappt und ob wir dort erwünscht sind.

So hübsch macht man sich für den Zahnarzt

So hübsch macht man sich für den Zahnarzt

 

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 Morgen früh kommen die Stufen neun und zehn an die Reihe und Sonntag ist dann Ruhetag.

 

 

29.03.

 

Alle Kinder der Stufen neun und zehn untersucht. Auch hier wieder hervorragende Ergebnisse. Wir haben Glück und kommen gerade mit dem letzten Extrapräsent für hervorragende Zahnpflege hin.P1000746

 

In Epukiro müssen wir also etwas kürzer treten, aber wir haben ja noch genug Ballons und Stifte, sowie Stressbälle. Wir werden auch dort erwartet,  Habe natürlich direkt eine Statistik erstellt- auch die von Dr. Miller- und war richtig begeistert. In Aminuis waren die Zahlen wesentlich besser als in Dornfeld, sowohl personenbezogen , als auch auf die Zähne hochgerechnet.

Es hat wieder richtig Spass gemacht. Besonders der Eifer der Kinder bei der Gruppenprophylaxe im Hof und mit welchem Stolz sie wieder heraus gingen, wenn sie einen Bonus für sehr gute Pflege bekommen hatten erfreute uns. Wir würden gerne wieder kommen.

30.03.

Heute war Ruhetag. Anne besuchte die Messe und dann wurde alles zusammen gepackt. Ich erledigte noch den angefallenen Schriftkram und sonst war etwas relaxen angesagt.

31.03.

Heute ging es nach Epukiro. Dort gab es dann durch Pater Raimund die übliche Begrüßung: Die Zimmer wurden gezeigt, die Schlüssel übergeben und das war es dann. Festgesetzte Uhrzeiten sind in Epukiro immer nur ein Vorschlag.

Dann wurde das Zahnarztzimmer eingerichtet und welch Wunder, die installierte Op- Leuchte funktionierte. Das Gegenstück in Aminuis funktionierte nicht und dies war nach dem letzten Besuch nicht bekannt gegeben worden. Dafür zeigte der Sterilisator aber, wie sein Kollege in Aminuis verstärkte Anzeichen von Inkontinenz. Die beiden noch vorhandenen Altmodelle waren gar nicht mehr in ordnungsgemäßen Betrieb zu nehmen. Also werden sie entsorgt.

01.04.

Um 8:00 Uhr wollte wir mit den Untersuchungen anfangen, aber da das Frühstück nicht um 7:00 Uhr, sondern erst um ½ 8 Uhr anfing und Vater Raimund ein Problemchen hatte, was er zuerst erledigt haben wollte, war der Beginn erst um 8: 45 Uhr. Dann ging es aber zügig. Den Anfang machte Grad 1, bei denen zuerst – wie bei allen Klassen – die Gruppenprophylaxe voraus ging.Auch hier war der Stolz derjenigen, die den Extrabonus für sehr gute Pflege bekamen, natürlich sehr groß und etliche wurden sogar mit Beifall bedacht, wenn sie ihre Extras zeigten.P1000783P1000794

 

Am Abend hatten wir dann 220 Kinder unterrichtet und untersucht. Dazwischen noch ein Gespräch mit der Prinzipalin, die mir gerne ein Anforderungsschreiben für das nächste Mal ausstellte.

02.04.

Heute wurden noch die Klasse 7 und die Kinder des Kindergartens untersucht. Hier brüllte der Erste, der auf den Stuhl sollte, Zeter und Mordio. Das an Nummer 2 vorgesehene Mädchen tat es ihm prompt gleich. Also kamen erst mal die restlichen 15 Kinder an die Reihe, Erneuter Versuch bei dem Mädchen, der selbst mit Hilfe der Oma scheiterte. Erst als die Kindergärtnerin dem Jungen erzählte, ob es ihm nicht leid täte, dass alle anderen Kinder eine Zahnbürste und Luftballons bekommen hätten, machte er doch den Mund auf. Zwar auf dem Arm der Kindergärtnerin, aber er machte es. Und – wie erfreulich – auch seine Kollegin auf dem Arm der Oma.P1000787                               Prophylaxeunterricht auf der Wiese

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So strahlen kann man auch beim Zahnarzt!!!

 

 

Danach wurde dann alles zusammen gepackt und verladen und es ging nach Dornfeld.Dort begannen dann mit dem Rücksortieren der Materialien und der Säuberung aller Geräte.

Morgen ist immer noch was zu tun.

03.04.

Alles ist erledigt. Morgens um 8:00 Uhr Treffen mit dem Prinzipal der Grundschule und der Prinzipal der High School kam zufällig zur Frühstückszeit vorbei, so dass ich beide um ihre Anforderungen bitten konnte. Danach ging es dann weiter zum Aufräumen in den Zahnarztraum.

Natürlich wieder „Photo,Photo und Ballons“ auf dem Weg dorthin. P1000738

 

Pater Jean Pierre musste dann um Erlaubnis für den morgigen Transfer nach Windhoek gebeten werden.. Es war etwas Unglaubliches passiert. Sr. Angela Bock vom RCHC hatte angerufen und mir mitgeteilt, dass ich mich morgen oder am Montag mit einem Pater Lukas – dem Justitiar der Oblaten – treffen könne, um dann ,nach einer Unterschrift seinerseits, wohl beim Medical Center meine Beglaubigung entgegen nehmen könne. Ich glaube es ja immer noch nicht.

 Also geht es morgen früh um 7:00 Uhr nach Windhoek, wo wir dann die restliche Zeit bis zu unserem Abflug verbringen werden. Ich werde auch noch Genmed besuchen, um die Reparaturen zu besprechen und evtl., Kostenvoranschläge erstellen zu lassen.

04.04.

Gegen 9:30 kamen wir im RCHC an und wurden sehr freundlich von Sr. Angela Bock begrüßt. Sie erklärte mir dann, was nötig sei und warum.

Ich fuhr also mit Sr. Angela zum Justitiar der Kirche, in dessen Beisein ich ein Blatt unterschrieb, welches von ihm gegengezeichnet wurde. Dieses Blatt hatte ich schon vor einem deutschen Notar unterschrieben, – ebenso wie Dr. Miller -, es war aber um einen Passus erweitert worden und die Notare hatten nicht in der geforderten Zeile unterschrieben,sondern auf einem getrennten Blatt mit Kostennote und alles miteinander verbunden und versiegelt.

All dies erfuhr ich aber erst später . Dann ging es aber weiter zum Medical Council, wo unsere Unterlagen schon seit Monaten liegen. Dort empfing uns eine Frau van Zyl, die Kollegin von Mr. Amoomo. Zuerst recht reserviert und offiziell, so dass Anne, die draußen wartete, aber alles mithören konnte, glaubte, meinen Hals dicker werden zu sehen.

Auch sie fragte zuerst nach Dr. Miller, wandte sich dann aber meinen Papieren zu. Bei mir fehlte nach neun Monaten immer noch etwas. In Namibia ist es so, dass der Abschluss des Medizin- oder Zahnmedizinstudiums den Doktortitel beinhaltet. Ich erklärte ihr , dass in Deutschland die Approbation den Abschluss des Studiums und den Nachweis der Fähigkeit zur späteren Ausübung des Berufes beinhalte, während die Promotion auf Grund einer Extraaufgabe erfolge, die nach Erledigung zum Tragen des Titels berechtige. Ich sicherte ihr dann zu,dass ich die Promotionsurkunde unverzüglich nach Rückkehr in Deutschland zusenden würde. Und dann kam es zum Thema „oral examination „. Sie erklärte mir, dass jeder , der in einem medizinischen Beruf tätig sei – egal ob Mediziner, Zahnmediziner, Krankenschwester oder medizinische Fusspflegerin – diese Prozedur durchlaufen müsse. Auch wenn der Ursprungsausgang das Innenministerium oder sonstwer sei. Die Prüfungen fänden immer am Samstag statt und normal wüsste man spätestens am Dienstag Bescheid. Als ich ihr mitteilte,dass ich am Dienstag ihr Land verlasse, kam die Frage, ob ich nicht im Mai wieder kommen könne. Ich lehnte dies ab, besonders im Hinblick auf die Kosten. Ich wolle doch die Prüfung mit der Arbeit verbinden. Außerdem müsste ich dies mit den Schulen vereinbaren. Nun einigten wir uns darauf, dass ich einen Zeitrahmen mit den Schulen abstecken würde, diesen Ms. van Zyl dann mitteilen könne und diese dann die Samstagtermine für Dr, Miller und mich fixieren könne. Zum Abschluss war alles doch recht entspannt und Sr. Angela freute sich auch, dass wir doch zu einem Ergebnis gekommen waren.

 

Es zeigte sich, dass in einem persönlichen Gespräch alles viel leichter zu klären ist, als über das dauernde Hin- und Hergeschreibe. Für Dr. Miller und mich wäre es am einfachsten noch die Prüfung zu machen, sonst wäre alles umsonst. Der Vorteil dieser Registrierung ist der, dass man mit dem Touristenvisum einreisen kann. Die Registrierungsfee muss dann aber jedes mal neu bezahlt werden. Für andere spätere Interessenten am Einsatz ist dieser Weg aber kaum praktikabel, also bleibt hier nur ein dritter Weg.

 Dr. Peter Schöner
Bottrop

 



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